Wenn man noch vor ein paar Jahren im 11. Bezirk am Rand des dicht bebauten Bezirksteils unweit der U3-Endhaltestelle Simmering spazieren ging, zeigte sich das große aufgelassene Gewerbeareal ziemlich verwildert. Die Freytag-Gründe, nach der Absiedelung des Kfz-Betriebes ungenutzt, verfügen aufgrund der Nähe zur U-Bahn sowie dem nahen Grünzug „Schloss Neugebäude“ über hervorragende Standortbedingungen. Im kooperativen städtebaulichen Verfahren wurde das brache Gebiet zum neuen Simmeringer Wohnareal entwickelt.
Die sechs vom Architekturbüro Franz&Sue geplanten Wohnbauten – eines davon wurde mit kleinformatigen Fassadenplatten realisiert – sind so auf dem Grundstück verteilt, dass ein autofreies Quartier mit gut nutzbaren, unterschiedlich großen Plätzen entsteht. An der scheinbar ewig langen Simmeringer Hauptstraße macht das Hochhaus den Beginn des Wohnviertels kenntlich. Städtebaulich markiert dieser Hochpunkt auch den Endpunkt der geschlossenen Baustruktur an der Simmeringer Hauptstraße. Dahinter liegen die offenere Bebauung und der Zentralfriedhof.
Trotz der verkehrsstarken Simmeringer Hauptstraße wurden den Bewohnern der Freytag-Gründe gute Freiräume zum Spielen, Spazieren und Erholen gegeben. Das Sockelgeschoß im Bereich der Simmeringer Hauptstraße ist für gewerbliche Nutzungen vorgesehen.
Text: Franz&Sue