Bei der Bemusterung fielen Module, die nicht matt sind, gleich zu Beginn raus. Damit nahm die Bauherrschaft in Kauf, dass die Anlage etwas weniger effizient ist. «Dafür ist sie zu hundert Prozent auf der sicheren Seite, dass keine Blendungsprobleme auftauchen», sagt Franz Watschinger, der für die Firma Steinmann das Dach und die Photovoltaik-Anlage verantwortete. Zum Einsatz kamen letztlich zwei unterschiedliche Standardgrössen von Swisspearl: beide 78 Zentimeter hoch und je 1,01 respektive 1,38 Meter breit. Grössere Module sind in Klosters nicht geeignet. «Bei grossen Modulen besteht die Gefahr, dass sie unter den massiven Schneelasten brechen», so der Dachdecker. Wegen ebendieser Schneelasten standen die Module von Swisspearl schon früh in der engsten Auswahl. Wenn man mit grossen Schneelasten rechnen müsse, seien sie am besten geeignet, sagt Franz Watschinger, «denn es sind Glas-Glas-Module, die eine Belastung von 10.5 kN/m2 aushalten.»
Aufgrund der Dachform war es nicht ganz einfach, die Module zu platzieren. Architekt und Dachdecker erarbeiteten Hand in Hand eine Lösung, die möglichst viele Module erlaubt und dennoch ästhetisch wirkt. Letztlich passten 460 Module auf das Dach. Die Restflächen wurden mit schwarz beschichtetem Aluminium eingedeckt.
Mit einer optimalen Planung und Verstringung der Module gelang es auch, jedwede Verschattung zu verhindern. Ein zentrales Kriterium für ein Solardach. Denn schon wenige verschattete Module können zu erheblichen Ertragsverlusten führen. Die Abluftrohre wurden deshalb nicht über das Dach geführt, sondern treten aus der Fassade aus. Unter den Schneefangvorrichtungen wurden zudem statt Solarmodule, eine Unterkonstruktion mit Aluminiumblech in gleicher Farbe wie die Module verlegt.
«Auf die Schneefangvorrichtungen hätten wir gerne verzichtet», sagt Architekt Federspiel. Das war im oft verschneiten Bergdorf logischerweise nicht möglich. Dagegen konnte die Regenrinne ohne Fallrohre ausgeführt werden. Dank des Dachgefälles fliesst das Wasser seitlich über schlichte Wasserspeier ab.
Die Photovoltaik-Anlage produziert rund 85 Megawattstunden Strom, so viel wie etwa 21 4-Personen-Haushalte benötigen würden. Die Mehrheit des Stroms wird allerdings direkt vor Ort verbraucht, da der Wasserhaushalt für den Fischzuchtbetrieb sehr stromintensiv ist.