Etwa die Hälfte der knapp 4000 m2 Nutzfläche ist Neubau, die andere Hälfte wurde umgenutzt und saniert. In dem vierstöckigen Hauptgebäude sind fünfzehn grossen Wohnungen entstanden und in dem elfgeschossigen Turm 37 kleinere Wohnungen. Das ergibt einen guten Wohnungsmix. Jede Wohneinheit besitzt zu dem einen Balkon oder eine Loggia mit einem spektakulären Blick auf die Berglandschaft.
Beim Wohnturm bekleiden die Photovoltaikmodule in unterschiedlich breiten Streifen die Fassaden, beim ehemaligen Mühlengebäude befinden sich die Photovoltaikmodule am Dach. Die Module an der Fassade sind von Swisspearl. Insgesamt sind 518 Sunskin Facade Flat Module an der Fassade verbaut, die eine installierte Gesamtleistung von 155kWp ergeben. Laut Simulation liegt der erwartete Jahresertrag der Fassaden-PV-Anlage bei ca. 85000 kWh.
Doch so einfach, wie es sich Architekt Markus Wolf vom Büro Ritter Schumacher und Bauleiter Johann Vögeli vorgestellt hatten, war die Planung der Fassade keineswegs. Das Problem lag im Brandschutz: Für Photovoltaikanlagen an Gebäuden bis zu 30 m Höhe existieren bislang keine entsprechenden Zulassungen. Erschwerend kam hinzu, dass der Turm nur über eine schmale rückwärtige Strasse erreichbar ist – auf den anderen beiden Seiten verlaufen ein Bach und die Bahngleise.
Gemeinsam mit der Feuerpolizei, dem Hersteller Swisspearl, einem Brandschutzexperten und dem Fassadenbauer suchten die Architekten nach einer Lösung. Dass es letztlich gelungen ist, diese Photovoltaikfassade doch wie gewünscht zu realisieren und generell den hohen Anspruch an Nachhaltigkeit zu erfüllen, liegt auch am gewählten Allianzmodell – einem kooperativen Ansatz, bei dem alle Schlüsselpartner von Beginn an in die Planung eingebunden und Verantwortung sowie Risiken gemeinsam getragen werden.
Auf die Frage, warum die Architekten die Photovoltaikmodule von Swisspearl auswählten, antwortet Markus Wolf: „Das ist ein regionaler Partner. Es ist von Vorteil, wenn man mit Leuten zusammenarbeitet, die man kennt. Verlässlichkeit und Vertrauen ist das A und O bei solchen Projekten.“ Und er ergänzt: Die Erkenntnisse aus dem Projekt strahlen auf alle weiteren Projekte in unserem Büro aus.“