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Catholic Church, Speicher CHCatholic Church, Speicher CH

Die Energie von oben in der Bevölkerung verteilen

2026-02-25 7 min

Die Kirchgemeinde Paulus in Speicher AR hat ein neues Dach erhalten. Es ersetzt nicht nur seinen Vorgänger, sondern produziert auch viel Solarstrom.

Catholic Church, Speicher CH
Catholic Church, Speicher CH

Wirkungsvoll setzt sich die geometrische Dachlandschaft der Kirchgemeinde Paulus vor den sanft gerundeten Appenzeller Hügel in Szene. Wie ein Fächer umgibt sie den mittigen, weissen Kirchturm in der Siedlung Bendlehn, die etwas oberhalb des Ortskerns von Speicher liegt. Die Architekten Oskar Müller und Mario Facincani gestalteten den zweigeschossigen Sakralbau in den 1970er-Jahren im spätmodernistischen Stil und deuteten skandinavische Vorbilder regional um. Dank einem klug konzipierten, hängenden Fachwerk bleibt der Sakralraum weitgehend stützenfrei. Durch unregelmässig angeordnete, verschieden grosse Fenster fällt Tageslicht in das schlicht gehaltene Innere und sorgt für immer andere Lichtsituationen. Neben den kirchlichen und halböffentlichen Räumen beherbergt das Gebäude auch die Büroräume der Kirchenverwaltung sowie eine Wohnung, in der früher der Pfarrer wohnte.

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Ein neues Dach zum 50-Jährigen

Die Kirchgemeinde, insbesondere der Verwaltungsrat, weiss ihr Kleinod zu schätzen. Er trägt ihm Sorge und stellt sicher, dass der Bau auch künftig die Bedürfnisse der Gemeinde erfüllt. Vor zwei Jahren, anlässlich seines 50-Jahre-Jubiläums, wurde beschlossen, dem Sakralbau ein neues Dach zu gewähren.

Dieses soll nicht nur jedem Wetter standhalten  – es soll auch Strom produzieren. Dank der grossen Dachfläche – rund 1000 Quadratmeter – hat die Indach-Anlage eine Leistung von 140 Kilowattpeak. Wie genau der Strom genutzt wird, wird derzeit noch abgeklärt. Denn einerseits braucht die Kirchgemeinde selbst wenig Strom, inbesondere in den Sommerferien, wenn die Stromproduktion auf Hochtouren läuft. Andererseits sind die Einspeisetarife nicht vorteilhaft. «Wir überlegen uns deshalb, eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) zu gründen», sagt Christian Breitenmoser, Präsident des Kirchenverwaltungsrats. Mit einer LEG ist es ab Januar 2026 offiziell möglich, den Strom innerhalb derselben Gemeinde und im Bereich desselben Verteilnetzbetreibers zu verkaufen. «Das ist ja auch der Job der Kirche», sagt Breitenmoser und schmunzelt: «Die Energie von oben in der Bevölkerung verteilen.»

Um heute schon einen möglichst hohen Eigenverbrauch zu erreichen, wurde im alten Öllager eine 25-KW-Batterie installiert. Sie ist modular aufgebaut und lässt sich jederzeit erweitern. Auch der Anschluss für eine E-Ladestation ist bereits installiert.

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«Gerade im Herbst haben wir viele Gäste aus dem Thurgau, die das Auto auf unseren Parkplatz stellen und spazieren gehen. Kommen sie mit dem E-Auto, könnten sie es während der Parkzeit laden.» Christian Breitenmoser, Präsident des Kirchenverwaltungsrat

Alles andere als 0815

Wer sich das Dach aus der Vogelschau ansieht, erkennt schnell, dass das Projekt für die Architekten, die Dachdecker und Solarinstallateure keine 0815-Aufgabe war. «Es gibt nur wenige rechte Winkel», stellt Thomas Walser von Schraner Partner Architektur nüchtern fest. So floss sehr viel Zeit und Sorgfalt in die Anordnung der Indach-Module. Dennoch mussten viele Details vor Ort justiert werden. Auch die Ergänzungsplatten wurden direkt vor Ort bearbeitet und in die passende Form gebogen. Dass es satinierte Module sein mussten, um im Einfamilienhausquartier Lichtreflexionen zu vermeiden, stand schon von Beginn weg fest. Auch die winterlichen Schneelast war ein wichtiges Thema. Denn die Gemeinde Speicher ist ein «Schneeloch». Da sind sich alle Projektpartner einig. Deshalb, so Architekt Thomas Walser, sei es so wichtig gewesen, dass man den Dachdecker- und Solar-Auftrag an zwei regionale Unternehmen habe vergeben können, die zu diesem Zweck eine Arbeitsgruppe bildeten. «Wir sind hier auf 1000 Meter über Meer, in der Gemeinde gibt es zwei Skilifte. Das muss man wissen, wenn man ein Dach plant.» Wertvoll war es auch, dass die Mitarbeiter der beiden Unternehmen schnell vor Ort waren, wenn es nötig war. Und nötig war es, denn gerade während der Abbruch- und Unterdachphase war das Wetter sehr oft widrig. «Der ständige Regen war für den Dachdecker wohl der grösste Stress», vermutet Kirchenverwaltungsratspräsident Christian Breitenmoser. Nun, da das Dach in neuem Glanz erstrahlt, sind Sonnentage speziell willkommen: damit die Energie von oben in der Kirchgemeinde und im Dorf verteilt werden kann.

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«In unserem Unternehmen arbeiten wir bei Indach-Anlagen meistens mit dem Swisspearl-System und haben unser Personal entsprechend ausgebildet. Es ist ein solides System, was gerade bei einem so komplizierten Dach wichtig ist. Zudem sind die Module sehr tragfähig: Bei hohen Schneelasten ein wichtiger Faktor.» Marcel Gangentbein, Projektleiter Altherr Urnäsch AG

Catholic Church, Speicher CH

Bauherrschaft: Pauluspfarrei Speicher Trogen Wald, Speicher

Architektur: Schraner Partner Architektur, Speicher

Bedachungen und Solaranlage: ARGE Altherr Urnäsch AG, Schmid Bedachungen Speicher GmbH

Spenglerarbeit: Kurer Spenglerei Speicher GmbH

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